Donnerstag, 22. März 2012

[Einband innen]


Johann Michael Beutelspacher ist gebohren 1767, 5. Juni
Maria Henrietta ist gebohren 1779, 9. Juni
Maria Barbara ist gebohren 1784, 20. Januar.


Meine Frau Anna Regina, gebohrene Ziehnerin, ist gebohren 28. Mai 1773. Ihr Vater war Johannes Ziehner von Unterhausen im Königreich Würtenberg, ihre Mutter Christina Elisabetha, eine gebohrene Schmeltzerin.


Anno 1801 im Monat Juli starb meiner Frau ihre Großmutter Anna Maria Schmeltzer, gebohrene Lausterin, ihres Alters 90 Jahr, 7 Monate. 




Mit diesen Sätzen beginnt das Hausbuch des Johann Michael Beutelspacher: darinnen aufgezeichnet die merckwürdigste Fackta, welche sich sowohl in der Stadt als im Familienkreise ereignet haben.


Das Stadtarchiv wird in nächster Zeit regelmäßig aus dem Hausbuch "bloggen". Wir folgen dabei der Abfolge der Einträge in der Quelle (kursiv). Die Transkription richtet sich in der Regel nach dem Original, Groß- und Kleinschreibung sowie Interpunktion folgen dem heutigen Gebrauch bzw. werden stillschweigend angepasst.


Zur Person des Johann Michael Beutelspacher:  

Johann Michael Beutelspacher gehörte zu einer weitverzweigten protestantischen Speyerer Gärtnerfamilie, die sich zu Beginn der Wiederbesiedelung nach der Stadtzerstörung von 1689 in Speyer niedergelassen hatte  (Gärtner im damaligen Wortgebrauch bedeutet in etwa Kleinbauern). Im April 1795 heiratet er als Zunftmeister die damals 22jährige Anna Regina Ziehner und beginnt mit der Arbeit an seinem Hausbuch. Die Lebensdaten dieser Familie sind noch nicht vollständig ermittelt, da etliche Zweige und Generationen der Familie eine Vorliebe für Namensgleichheiten hatten.

Johann Michaels Ehefrau bringt 1796 – 1814  18(!) Kinder zur Welt, 14 davon Tot- bzw. Fehlgeburten. Nur zwei Kinder überleben: Maria Henriette (1796) und Philipp Samuel (1799). Götzel (Patin) der Tochter ist Beutelspachers Schwester „ledigen Standes“, von der das Kind  ein „Pöttergeld“ von 2 Gulden 42 Kreuzer bekommt – das Patengeschenk. 1818 heiratet sie den wohlhabenden Speyerer Bierbrauer Georg Friedrich Weltz. Das Hausbuch ist für Überraschungen gut – so findet man im Dezember des Jahres 1800 ein Backrezept!  Für „Lebkuchen oder Zuckergebackenes zu machen“. Doch davon später mehr.